Eine beleuchtete Tankstelle bei Nacht mit verschneitem Boden im Winter.

Benzinpreise am Donnerstag: Wann sich der Umweg lohnt

Stand: 27. August 2026

Am Donnerstag zählt nicht irgendein bundesweiter Durchschnitt, sondern der Preis an den erreichbaren Tankstellen kurz vor dem Tanken. Autofahrer sollten deshalb Station, Kraftstoffsorte, Tankmenge und zusätzlichen Fahrweg gemeinsam vergleichen. Entscheidend ist die Nettoersparnis nach Abzug der Umwegkosten.

Nützliche Details

  • Preise können sich an einer Tankstelle mehrmals täglich ändern.
  • Super E10 und Diesel müssen getrennt verglichen werden.
  • Ein großer Cent-Unterschied lohnt sich bei einer kleinen Tankmenge möglicherweise nicht.
  • Maßgeblich ist der tatsächlich zusätzlich gefahrene Hin- und Rückweg.

Warum der Preisvergleich erst kurz vor dem Tanken zählt

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt sammelt die von Tankstellen gemeldeten Preisänderungen. Anschließend stellt sie diese Daten zugelassenen Verbraucher-Informationsdiensten zur Verfügung. Darauf greifen beispielsweise Tank-Apps und entsprechende Internetangebote zurück.

Das schafft Markttransparenz, liefert aber keinen für ganz Deutschland gültigen Donnerstagspreis. Eine günstige Station kann ihren Preis bis zur Ankunft erneut ändern. Zudem können benachbarte Anbieter gleichzeitig unterschiedliche Preise verlangen.

Für Autofahrer folgt daraus eine einfache Reihenfolge: zuerst Super E10 oder Diesel auswählen, dann den aktuellen Preis im passenden Suchradius prüfen und unmittelbar vor der Abfahrt noch einmal vergleichen. Angezeigt werden sollte auch, wann der jeweilige Preis zuletzt aktualisiert wurde.

So wird aus dem Literpreis eine Nettoersparnis

Der Preisunterschied allein sagt wenig aus. Zunächst wird er mit der geplanten Tankmenge multipliziert:

Preisunterschied je Liter × Tankmenge = Bruttoersparnis

Danach werden die geschätzten Kraftstoffkosten des zusätzlichen Fahrwegs abgezogen:

Bruttoersparnis − Umwegkosten = Nettoersparnis

Für die Umwegkosten werden drei Angaben benötigt: zusätzliche Kilometer, realistischer Verbrauch des eigenen Autos und ein angenommener Kraftstoffpreis. Die zusätzlichen Kilometer umfassen den gesamten Mehrweg gegenüber der ohnehin geplanten Strecke.

Benzinpreise am Donnerstag: Wann sich der Umweg lohnt

Rechenbeispiel: Sieben Cent weniger bei 45 Litern

Eine nahe Tankstelle verlangt im Rechenbeispiel 1,82 Euro je Liter Super E10, eine weiter entfernte Station 1,75 Euro. Die Werte sind keine aktuellen Marktpreise, sondern dienen ausschließlich zur Erklärung der Methode.

Rechengröße Ergebnis
Preisunterschied 0,07 Euro je Liter
Tankmenge 45 Liter
Bruttoersparnis 3,15 Euro
Zusätzlicher Fahrweg 8 Kilometer
Verbrauch 7 Liter je 100 Kilometer
Verbrauch auf dem Umweg 0,56 Liter
Umwegkosten bei 1,80 Euro je Liter rund 1,01 Euro
Nettoersparnis rund 2,14 Euro

Der Umweg spart in diesem Beispiel nach Kraftstoffkosten etwa 2,14 Euro. Zeitaufwand, Verschleiß und ein mögliches Verkehrsrisiko sind darin noch nicht berücksichtigt. Wer ausschließlich zum Tanken losfährt, sollte diese Faktoren strenger bewerten als jemand, bei dem die günstigere Station ohnehin fast auf der Strecke liegt.

Die Rechnung kippt schnell: Bei nur 20 Litern ergäben sieben Cent Preisvorteil lediglich 1,40 Euro Bruttoersparnis. Derselbe Acht-Kilometer-Umweg wäre dann kaum noch wirtschaftlich.

Das ADAC-Tagesmuster ist eine Orientierung, keine Garantie

Der ADAC veröffentlicht Auswertungen zu Preisunterschieden im Tagesverlauf. Sie zeigen, dass der Zeitpunkt eine Rolle spielen kann und Preise innerhalb eines Tages typischen Schwankungen folgen.

Die dort ausgewiesenen konkreten Werte und Zeitfenster beziehen sich jedoch auf den jeweiligen Untersuchungszeitraum. Sie beweisen nicht, dass jede Tankstelle an diesem Donnerstag zur gleichen Uhrzeit ihr Minimum erreicht. Deshalb sollte das Tagesmuster nur die Vorauswahl steuern; die Entscheidung fällt anhand der aktuellen Stationspreise kurz vor der Fahrt.

Wer zeitlich flexibel ist, kann zunächst das in der verlinkten ADAC-Analyse ausgewiesene günstigere Tagesfenster anpeilen. Anschließend werden mehrere erreichbare Stationen verglichen. Ein kleinerer Preisvorteil auf der ohnehin geplanten Route kann wirtschaftlicher sein als der niedrigste Literpreis am anderen Ende der Stadt.

Diesel und Super E10 getrennt berechnen

Diesel- und Super-E10-Preise entwickeln sich nicht zwingend gleich. Auch die Unterschiede zwischen zwei Stationen können bei Diesel deutlich anders ausfallen als bei Super E10. Ein Vergleich mit der falschen Kraftstoffsorte führt deshalb zu einer unbrauchbaren Rechnung.

Hinzu kommt der Fahrzeugverbrauch: Ein sparsamer Diesel verursacht auf demselben Umweg möglicherweise geringere Zusatzkosten als ein Benziner. Umgekehrt können Tankmenge, Verkehrsverhältnisse und Kaltstart den Vorteil verkleinern. Für beide Kraftstoffarten gilt daher derselbe Rechenweg, aber mit sorten- und fahrzeugspezifischen Werten.

Vor der Abfahrt sollten Autofahrer zuletzt prüfen, ob der Preis noch aktuell ist, wie viele Kilometer wirklich zusätzlich anfallen und wie viel Kraftstoff tatsächlich in den Tank passt. Erst diese drei Angaben zeigen, ob die günstigere Anzeige auch die günstigere Entscheidung ist.

Quelle: Bundeskartellamt

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