Von der Redaktion TA Art | Stand: 17. August 2026
Berlin wählt am 20. September 2026 ein neues Abgeordnetenhaus. Der Termin ist amtlich verzeichnet, und die CDU geht mit dem stärksten Vergleichswert in die Wahl: Bei der Wiederholungswahl 2023 erreichte sie nach dem amtlichen Ergebnis 28,2 Prozent der Zweitstimmen. Entscheidend ist nun, ob sie erneut mehr gültige Zweitstimmen erhält als jede andere Partei.
Die Frage betrifft nicht nur die Reihenfolge auf dem Ergebniszettel. Das Kräfteverhältnis zwischen CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und AfD beeinflusst, welche Mehrheiten nach der Wahl möglich sind. Für die Prognose zählt dennoch nur ein eng umrissenes Kriterium: das endgültige landesweite Zweitstimmenergebnis.
Die Prognosefrage auf einen Blick
- Frage: Erhält die CDU mehr gültige Zweitstimmen als jede andere Partei?
- Stichtag: Die Prognose schließt am 20. September 2026.
- JA: Die CDU liegt im endgültigen Landesergebnis allein auf Platz eins.
- NEIN: Eine andere Partei liegt vorn oder die CDU teilt sich Platz eins.
- Maßgebliche Quelle: Das endgültige Ergebnis der Landeswahlleiterin für Berlin.
Hochrechnungen, Wahlabendprognosen und das vorläufige Ergebnis können das politische Bild früh prägen. Sie entscheiden die Frage aber nicht. Aufgelöst wird sie erst, wenn die Landeswahlleiterin das endgültige Landesergebnis veröffentlicht hat.
28,2 Prozent bilden den Ausgangspunkt der CDU
Bei der Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2023 wurde die CDU mit 28,2 Prozent der Zweitstimmen stärkste Partei. Das geht aus dem amtlichen Berliner Ergebnis hervor. Dieser Wert ist der belastbare historische Vergleich, aber keine Vorhersage für 2026.
Zwischen zwei Wahlen können sich Wahlbeteiligung, Themenlage und Mobilisierung deutlich verändern. Auch die Bewertung der Parteien auf Bundesebene kann in eine Landeswahl hineinwirken. Gleichzeitig folgen Berliner Wahlentscheidungen häufig konkreten lokalen Konflikten, etwa bei Mieten, Verkehr, Schulen, Verwaltung oder innerer Sicherheit.
Für die CDU ist deshalb nicht zwingend eine Wiederholung ihres Prozentwertes erforderlich. Sie muss lediglich vor allen Konkurrenten liegen. Ein niedrigerer Anteil könnte für Platz eins reichen, falls das übrige Feld stärker zersplittert. Umgekehrt wäre selbst ein solides Ergebnis nicht ausreichend, wenn eine andere Partei mehr gültige Zweitstimmen gewinnt.
Warum allein die Zweitstimme über Platz eins entscheidet
Bei der Abgeordnetenhauswahl verfügen die Wahlberechtigten über zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird eine Person im Wahlkreis gewählt. Die Zweitstimme gilt einer Partei und ihrer Liste; sie bestimmt wesentlich das proportionale Kräfteverhältnis im Abgeordnetenhaus.
Für diese Prognose sind Direktmandate und Erststimmen ohne Bedeutung. Eine Partei kann zahlreiche Wahlkreise gewinnen und bei den Zweitstimmen trotzdem hinter einer Konkurrentin liegen. Ebenso verändert ein besonders bekanntes Wahlkreisergebnis nicht die Antwort, solange sich die landesweite Reihenfolge der gültigen Zweitstimmen dadurch nicht ändert.

Auch Stimmen kleinerer Parteien zählen für den Vergleich
Die Sperrklausel ist für den Einzug und die Sitzverteilung wichtig. Bei der Frage nach dem ersten Platz werden jedoch die gültigen Zweitstimmen direkt verglichen. Deshalb zählen für die Rangfolge auch Stimmen für Parteien, die später möglicherweise nicht an der proportionalen Sitzverteilung teilnehmen.
Das schafft einen wichtigen Unterschied zwischen Wahlergebnis und Regierungsbildung: Die stärkste Partei wird nach Stimmen bestimmt. Wie viele Sitze sie erhält und welche Koalition eine Mehrheit erreicht, hängt zusätzlich von der Verteilung auf das gesamte Parteienfeld ab.
Wo sich das Rennen zwischen den Parteien verschieben kann
Die CDU startet ausgehend vom amtlichen Ergebnis 2023 als zu verteidigende Nummer eins. Ob dieser Vorsprung bis zum Wahltag trägt, hängt von mehreren noch offenen Entwicklungen ab.
- Die CDU muss ihr damaliges Wählerbündnis ausreichend zusammenhalten und erneut stadtweit mobilisieren.
- SPD und Grüne können den Abstand verkürzen, wenn sie frühere Unterstützer zurückgewinnen oder Nichtwähler aktivieren.
- Die Linke kann besonders von einer starken Zuspitzung sozialer und wohnungspolitischer Themen profitieren.
- Die AfD kann sowohl die Rangfolge als auch die spätere Mehrheitsbildung verändern.
- Stimmen für kleinere Parteien können die Sitzverteilung beeinflussen, selbst wenn diese Parteien an der Sperrklausel scheitern.
Nicht jede Verschiebung wirkt dabei gleich. Gewinne einer Partei müssen nicht vollständig von der CDU kommen. Sie können ebenso aus dem Lager einer anderen Partei oder aus einer veränderten Wahlbeteiligung entstehen. Deshalb lässt sich aus einzelnen Duellen oder Bezirksresultaten nicht zuverlässig auf den landesweiten ersten Platz schließen.
In Berlin können außerdem sehr unterschiedliche Entwicklungen innerhalb derselben Wahl gleichzeitig auftreten. Eine Partei kann in einzelnen Bezirken deutlich zulegen, während sie anderswo verliert. Maßgeblich bleibt die Summe aller gültigen Zweitstimmen im Land Berlin.
Umfragen brauchen Institut, Zeitraum und Fehlertoleranz
Die genannten amtlichen Quellen enthalten den Wahltermin und das Ergebnis von 2023, aber keine aktuelle, methodisch dokumentierte Umfrage für einen belastbaren Zahlenvergleich. Eine scheinbar aktuelle Tabelle ohne Institut, Erhebungszeitraum und statistische Unsicherheit würde daher mehr Genauigkeit vortäuschen, als öffentlich belegt ist.
Sobald vergleichbare Erhebungen vorliegen, sollten neben den Parteiwerten mindestens das Institut, die Feldzeit, die Zahl der Befragten und die angegebene Fehlertoleranz genannt werden. Auch dann bleibt eine Umfrage eine Momentaufnahme und kein Wahlergebnis.
Besondere Vorsicht ist bei knappen Abständen geboten. Liegen zwei Parteien innerhalb der üblichen statistischen Schwankungsbreite, lässt sich daraus keine sichere Rangfolge am Wahltag ableiten. Aussagekräftiger wird das Bild, wenn mehrere Institute über einen längeren Zeitraum eine ähnliche Entwicklung zeigen.

Platz eins garantiert noch keine Regierungsführung
Die Abgeordnetenhauswahl bestimmt die Zusammensetzung des Parlaments. Sie wählt nicht automatisch die Spitzenperson der stärksten Partei ins Rote Rathaus. Für eine Regierung ist eine parlamentarische Mehrheit erforderlich, die häufig erst durch eine Koalition entsteht.
Eine CDU auf Platz eins könnte daher unterschiedliche Partner benötigen. Ebenso könnte rechnerisch eine Mehrheit ohne die stärkste Partei entstehen. Welche Bündnisse politisch tatsächlich möglich sind, hängt von Sitzverteilung, inhaltlichen Schnittmengen und den Entscheidungen der Parteien nach der Wahl ab.
Für Berlinerinnen und Berliner liegen die praktischen Folgen vor allem in der künftigen politischen Schwerpunktsetzung. Koalitionsverhandlungen können bestimmen, wie Vorhaben bei Wohnungsbau und Mieten, Straßenraum und öffentlichem Verkehr, Schulpolitik, Verwaltungsmodernisierung oder Sicherheit gewichtet werden.
Die Prognose beantwortet diese weitergehenden Fragen bewusst nicht. Ein JA bedeutet ausschließlich, dass die CDU die meisten gültigen Zweitstimmen erhalten hat. Es bedeutet weder eine absolute Mehrheit noch automatisch die Führung der nächsten Landesregierung.
Das endgültige Landesergebnis entscheidet
Der Wahlabend liefert zunächst Prognosen, Hochrechnungen und später ein vorläufiges Ergebnis. Diese Angaben sind für die öffentliche Einordnung wichtig, können sich aber durch ausstehende Meldungen, Prüfungen oder Korrekturen noch verändern.
Die Prognose wird mit JA aufgelöst, wenn die CDU im von der Landeswahlleiterin veröffentlichten endgültigen Landesergebnis mehr gültige Zweitstimmen als jede andere Partei hat. Liegt eine andere Partei vorn, lautet die Auflösung NEIN. Dasselbe gilt bei einem exakten Gleichstand der CDU mit einer anderen Partei um Platz eins.
Der nächste entscheidende Vergleichspunkt ist zunächst der Wahltag am 20. September. Für die endgültige Antwort muss anschließend die Veröffentlichung auf dem Berliner Wahlportal abgewartet werden. Damit bleiben Stichtag und Beweismaß getrennt: Die Prognose schließt am Wahltag, entschieden wird sie durch das später festgestellte endgültige Landesergebnis.
Quelle: Die Landeswahlleiterin für Berlin
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Entscheidung der Prognose
Maßgeblich ist ausschließlich die endgültige landesweite Reihenfolge der gültigen Zweitstimmen.
- Der amtliche Wahltermin ist der 20. September 2026.
- Die CDU erreichte 2023 amtlich 28,2 Prozent der Zweitstimmen.
- Vorläufige Ergebnisse und Hochrechnungen lösen die Prognose nicht auf.
- Ein Gleichstand um Platz eins wird als NEIN gewertet.
- Quelle
- Die Landeswahlleiterin für Berlin
- Umfang
- Berlin
- Aktualisiert
- 2026-08-17 10:20
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